Fragen zum Mandat – Worum geht es wirklich?
Ein Interim-Mandat beginnt für mich nicht mit dem ersten Arbeitstag. Es beginnt mit Klarheit.
– Was ist das tatsächliche Problem?
– Was soll erreicht werden?
– Welche Erwartungen bestehen?
– Welche Entscheidungen darf ich treffen?
– Bekomme ich Zugang zu den notwendigen Informationen und Entscheidern?
– Und ist das Unternehmen tatsächlich bereit, die erforderlichen Veränderungen umzusetzen?
Deshalb kläre ich vor Beginn eines Mandats die wesentlichen Fragen mit meinem Auftraggeber.
Nicht aus Formalismus. Sondern weil ein Interim Manager nur dann schnell Wirkung erzielen kann, wenn Auftrag, Ziele, Verantwortung, Entscheidungswege und Rahmenbedingungen eindeutig sind.
Der folgende Fragenkatalog dient dazu, genau diese Klarheit herzustellen. Für den Auftraggeber genauso wie für mich.
Diese Fragen sollten vor Beginn eines Interim-Mandats geklärt sein
Projektplanung und Budget
- Wie hoch ist das gesamte Projektbudget (inkl. Nebenkosten)?
- Sind weitere Provider mit der Suche beauftragt?
- Was ist die angesetzte Projektdauer?
Aufgabenverteilung und Zielsetzungen
- Wie hoch ist der zu erwartende Anteil an Planungs-, Strategie-, Beratungs-, Umsetzungs-, Tagesgeschäfts- und Coachingaufwand?
- Wie werden sich diese Anteile im Laufe des Projektes verändern?
- Welches wird die eigentliche Kernaufgabe sein?
- Was genau soll sich durch den Einsatz des Interim Managers ändern?
- Woran würden Sie erkennen, dass das Mandat nicht erfolgreich war?
- Was soll sich NICHT verändern?
- Was wollen Sie finanziell erreichen (ROIM über 2 Jahre)?
- Was erwarten Sie konkret, am Ende des Projektes erreicht zu haben? (3 TOP-Prioritäten)
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Historie und Problemanalyse
- Warum benötigen Sie gerade jetzt einen Interim Manager? Was hat den konkreten Handlungsdruck ausgelöst?
- Was wurde in der Vergangenheit unternommen, um dieses Problem anzugehen?
- Warum war man nicht erfolgreich?
- Wie sieht der typische Verkaufszyklus für Ihre Produkte, Systeme oder Anlagen aus?
- Welche Prozesse bereiten die größten Probleme?
- Was ist das größte Wachstumshindernis in Ihrem Unternehmen?
- Warum wenden sich Kunden ab?
Geschäftsstrategie und Organisation
- Existiert ein Businessplan?
- Gibt es bereits ein Strategiepapier?
- Wer sind die typischen Zielkunden bzw. die Key Accounts?
- Wie sehen die Struktur und die Organisation des Unternehmens aus?
- Wer unterstützt die notwendigen Veränderungen, wo ist mit Widerstand zu rechnen und wer hat informell größeren Einfluss, als das Organigramm erkennen lässt?
Technologie und besondere Anforderungen
- Welche Rolle sollen KI, Automatisierung und digitale Systeme im Rahmen des Mandats spielen?
- Gibt es besondere Compliance-, ESG- oder Nachhaltigkeitsanforderungen, die im Mandat berücksichtigt werden müssen?
Mandatsrahmen, Befugnisse und Zusammenarbeit
- Welche technologischen Kompetenzen oder Systeme müssen integriert werden?
- Wie und in welchem Rhythmus soll die Kommunikation zwischen dem Interim Manager und dem Hauptansprechpartner stattfinden?
- Wie wird das Mandat gegenüber Führungskräften und Mitarbeitern kommuniziert und mit welchem Auftrag wird der Interim Manager intern vorgestellt?
- Gibt es spezifische Nachhaltigkeitsziele oder Compliance-Anforderungen, die berücksichtigt werden müssen?
- Soll die IT des Unternehmens genutzt werden? Oder soll der Interim Manager seine eigenen Systeme nutzen?
- Erhält der Interim Manager vom ersten Tag an uneingeschränkten Zugang zu allen für das Mandat relevanten Informationen, Daten, Systemen, Unterlagen und Ansprechpartnern?
- Welche Entscheidungen darf der Interim Manager eigenständig treffen und welche benötigen eine Freigabe?
- Wenn der Interim Manager eine Entscheidung nicht selbst treffen darf: Wer entscheidet und innerhalb welcher Zeit?
- Hat der Interim Manager bei Bedarf direkten Zugang zur Geschäftsführung und, falls erforderlich, zu Gesellschaftern, Beirat oder Aufsichtsorganen?
- Wie gehen Sie damit um, wenn die Analyse zu Ergebnissen führt, die bisherigen Annahmen oder Entscheidungen des Managements widersprechen?
- Wie wird der Übergang nach Beendigung des Interim Mandats sichergestellt?
- Sind Spesen und Reisekosten klar vereinbart?
- PkW-Kilometer für An- und Abfahrt, sowie Dienstreisen: 1 EUR/km
- Hotel: Business Hotel (4 Sterne)
- Bahn: 1. Klasse
- Flug: national – Economy, international: Business
- Sind Urlaubszeiten des Hauptansprechpartners vorgesehen?
- Welche Abwesenheit hat der Interim Manager bereits geplant?
Wichtige Hinweise
- Bei der organisatorischen Einbindung ist auf eine klare Abgrenzung der externen Interim-Funktion zu achten. Funktion, Titel, E-Mail-Signatur und interne Kommunikation sollten den Interim-Status eindeutig erkennen lassen.
- Der Interim Manager sollte in keinem Organigramm und nicht im Telefonbuch erscheinen.
- Der Zusatz “ad interim” sollte im Titel und “extern” in der E-Mail-Signatur deutlich erkennbar sein.
Beispiele:- Interim Sales Director
- Vertiebsleiter ad interim
- Vertriebsdirektor (extern)
- VP Sales (external)
- vorname.nachnahme.extern@firma.de
- vnachnahme-extern@firma.de
- name-external@company.com
Nicht jede dieser Fragen muss beim ersten Gespräch abschließend beantwortet werden. Aber offene Punkte müssen sichtbar sein.
Gerade bei Transformations- und Turnaround-Mandaten sind unklare Verantwortlichkeiten, fehlende Entscheidungsbefugnisse oder eingeschränkter Informationszugang keine Nebensachen. Sie können den Erfolg eines Mandats erheblich beeinträchtigen.
Deshalb kläre ich diese Punkte, bevor wir starten.
Checkliste vor Auftragsbeginn
Sie haben sich für eine Zusammenarbeit mit mir entschieden? Dann kann’s losgehen – aber vorher sollten wir die Punkte meiner Checkliste durchsprechen und berücksichtigen. Hier können Sie die Checkliste herunterladen.
Ehrenkodex der DDIM
Als Mitglied der DDIM (Dachgesellschaft Deutsches Interim Management e.V.) folge ich einem verbindlichen Ehrenkodex. Dieser Kodex stellt sicher, dass alle Entscheidungen und Handlungen im besten Interesse des beauftragenden Unternehmens, dessen Mitarbeitern und Gesellschaftern getroffen werden.
Wesentliche Punkte des Ehrenkodex:
- Beachtung von Gesetzen und gesellschaftlichen Werten
- Unabhängigkeit und Neutralität in allen Handlungen
- Unvoreingenommene Projektprüfung und Transparenz bei Erfolgsaussichten
- Kundenorientierte Leistung und Vertraulichkeit
- Zielorientierte Handlungen und Wirtschaftlichkeit
- Sicherung von Qualität, Terminen und Kosten
- Verantwortung für eigene Handlungen und Entscheidungen
Mit der Beachtung dieses Ehrenkodexes stelle ich sicher, dass unsere Zusammenarbeit nicht nur erfolgreich, sondern auch ethisch und verantwortungsvoll ist.
Interim Management FAQ: Alles Wichtige auf einen Blick
Dieses umfassende FAQ-Kompendium liefert fundierte Antworten auf alle wesentlichen Fragen zum Interim Management.
Entscheidend ist nicht, ob ich verfügbar bin. Entscheidend ist, ob das Mandat funktioniert.
Ein Interim Manager wird geholt, weil Ergebnisse benötigt werden und Zeit eine Rolle spielt.
Deshalb möchte ich vor Beginn wissen, worum es wirklich geht. Welche Ergebnisse erwartet werden. Welche Handlungsmöglichkeiten bestehen. Wo Widerstände liegen. Und ob die Voraussetzungen vorhanden sind, um Verantwortung nicht nur zu übernehmen, sondern auch wirksam auszuüben.
Wenn diese Punkte geklärt sind, können wir sehr schnell entscheiden, ob ich der Richtige für Ihr Mandat bin.
Resulting statt Consulting®
Sprechen wir über Ihr Mandat.







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