Kamingespräch des WIRO e.V. mit Ralf H. KOMOR


Ende November 2017 lud der WIRO e.V. zum Kamingespräch mit Ralf H. KOMOR von KOMOR INTERIM MANAGEMENT, einem Alumnus der Fakultät für Wirtschaftsingenieurwesen der Technischen Hochschule Rosenheim und profilierten B2B-Vertriebsspezialisten, ein. Vor einem Publikum von Alumni, Studierenden und Professoren gab Herr Komor einen spannenden Einblick in das zeitlich befristete Management von Unternehmen und Funktionsbereichen.

Ralf H. KOMOR (4.v.l) gab spannende Einblicke in die Welt eines Interim Managers


11.12.2017

Interim Manager sind eine seltene, berufliche Spezies. Deutschlandweit gibt es zwar etwa 6.000 zeitlich begrenzt arbeitende Fachkräfte, doch lediglich 400 davon sind qualifizierte Manager mit Führungserfahrung, die sich in der DDIM (Dachgesellschaft Deutsches Interim Management e.V.) zusammen geschlossen haben. Als Interim Manager ist Ralf Komor im Mittelstand der deutschen Industrie in Vertriebsfunktionen tätig. Meist dauert ein Job zwischen sechs und zwölf Monaten und der Dienstantritt kann schon mal innerhalb weniger Tage erfolgen. Aufträge kommen oftmals derart zustande, indem die Unternehmensleitung oder Shareholder auf eine Schieflage des Unternehmens hinweisen. Dann kommt der Interim Manager über Empfehlung aus seinem Netzwerk ins Spiel. Auftraggeber sind vor allem der Maschinen- und Anlagenbau sowie die Metall-, Elektro- und Automobilindustrie. Aufträge nimmt Ralf Komor nur an, wenn die Chemie und die Auftragsinhalte zwischen ihm und der Geschäftsführung stimmen. Denn die Entscheidungskompetenz muss die Geschäftsführung während des Mandates an Herrn Komor abgeben. Anders macht es keinen Sinn. Er schafft durch Offenlegung und klare Arbeitspläne mit Meilensteinen eine Transparenz gegenüber allen Beteiligten. Durch regelmäßige Feedback-Loops erfolgt die Abstimmung mit der Unternehmensleitung und den Auftraggebern.

Der Interim Manager arbeitet nicht alleine, sondern formt sein Team aus den Mitarbeitern des Unternehmens und deren Kompetenzen. „Da mag am Anfang nicht jeder begeistert sein, aber wenn die Belegschaft sieht, dass Themen konsequent angestoßen und umgesetzt werden, sind dann doch meist alle dabei“, so Ralf Komor. Wichtig ist vor allem Transparenz und Kommunikation – und das in beide Richtungen – sowohl gegenüber der Unternehmensleitung als auch gegenüber den Mitarbeitern. Klare Ziele definieren und gemeinsam Maßnahmen entwickeln und umsetzen, ist ein Fazit des Interim Managers Komor. Damit unterscheidet sich Interim Management von der Unternehmensberatung: Das Potential der bestehenden Mannschaft nutzen und aktivieren, um dauerhaft Veränderungen voranzutreiben und erfolgreich zu sein. Dabei ist ihm wichtig, dass alle Abteilungen im Unternehmen einbezogen werden und die definierten Maßnahmen kennen.

Nervös ist Herr Komor nicht vor einem neuen Auftrag. Eher hat er ein Bauchkitzeln und ist neugierig auf die Menschen und das Unternehmensumfeld. Man muss Menschen mögen, um ein erfolgreicher Interim Manager zu sein, so ein weiteres Fazit. Die Digitalisierung spielt beim Interim-Management zunehmend eine Rolle. Jedoch auch in anderer Hinsicht: Vertrieb 4.0 heißt für ihn, Zeit zu gewinnen, um vier Tage vor Ort gezielt mit Kunden Lösungen zu erarbeiten.

Interim Manager wird man nicht mit Studienabschluss. Es braucht Erfahrung und Kompetenz. Ausschlagend für Ralf Komor war die Erfahrung eines Mergers, bei dem zwei Unternehmen nach dem Kauf zusammengelegt wurden und seine Funktion doppelt war. Ein Glück für den Mittelstand – denn nun bringt er seine Vertriebskompetenz ein, um Unternehmen als Business Angel wieder auf die Spur zu setzen. Gefragt nach dem messbaren Erfolg, spricht Herr Komor bildlich: „Die Unternehmen weinen, wenn ich komme; wenn Sie auch weinen, wenn ich gehe, dann war ich erfolgreich.“ Kurzum Interim Manager sind Führungskräfte auf Zeit mit hohem Anspruch an sich und alle Beteiligten, ohne dabei den Menschen und seine Stärken aus dem Auge zu verlieren.

Wir hatten Herrn Komor als Alumnus der Fakultät für Wirtschaftsingenieurwesen und profilierten B2B-Vertriebsspezialisten für ein Kamingespräch an der Hochschule zu Gast. Der Abend war für meine Kollegen und mich, sehr informativ, fachlich gehaltvoll, aber auch kurzweilig. Herr Komor hat die Inhalte mit Leidenschaft präsentiert und so das Bild vermittelt, dass er das was er tut, sehr professionell macht. Gut und gerne kann ich sagen, dass dies eines der beeindruckendsten Kamingespräche der letzten Jahre war.

Prof. Dr.-Ing. Sandra Krommes, Sustainable Engineering & Management  –  Vorsitzende des Vereins zur Förderung des Wirtschaftsingenieurwesens (WIRO e.V.) Technische Hochschule Rosenheim, Fakultät für Wirtschaftsingenieurwesen


Das WIRO Kamingespräch ist ein Format, bei dem Ehemalige und andere Persönlichkeiten einen exklusiven Einblick zu ausgewählten, beruflichen Themen geben. Zudem werden Kontakte zwischen Studierenden und in der Wirtschaft Tätigen geknüpft. Leidenschaftliche Diskussionen und eine Bereicherung der verschiedenen Blickwinkel sind hierbei inbegriffen.

Quelle: Technische Hochschule Rosenheim – Fakultät für Wirtschaftsingenieurwesen